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Cabaret Queue : Das Sprungbrett der großen Stars

Kultur, 21.01.2010, Klaus Brandt

Dortmund. Wie aus einer Laune von vier Gelegenheits-Taxifahrern ein Kleinod der Kunst wurde – die 25-jährige Geschichte des Cabaret Queue in Hörde.

Sie waren jung und brauchten Geld. „Warum nicht eine Kneipe aufmachen?”, dachte sich Georg Delfmann, der von den Vieren übrigblieb. „Das war ein Spontanprojekt, von jetzt auf gleich.” Kein schlechtes. Ein Szene-Treff war geboren: Kneipe, Restaurant und Cocktail-Bar in einem. Der Laden brummte. Nach ein paar Jahren: die ersten Veranstaltungen – und damit der erste Ärger. „Zu laut”, klagten Nachbarn. Als die Beschwerdemappe beim Ordnungsamt dicker wurde, musste sich was ändern: das Programm.

"Überlebensgarantie": Volker Pispers. "Überlebensgarantie": Volker Pispers. Foto: NRZ

Raus mit den elektrischen Verstärkern, rein mit Sprachkunst und Wortwitz. Das Queue wandelte sich zu einer Bühne für Kleinkunst und Kabarett. Junge, hoffnungsvolle Talente klopften an, in der ersten Spielzeit Piet Klocke, Willi Thomczyk und Georgette Dee. Gute Unterhaltung für 6 Mark Eintritt. Profil gewann das Cabaret in den späten 80-ern, als sich ein verrückter Typ mit einem Auspuff unterm Arm zwei Jahre nacheinander hier verirrte. „Boah ey!” – der junge Tom Gerhardt, „schon damals ein Kracher”, so Delfmann.

Große Namen, größere Säle

Es krachte jetzt öfter. Die Missfits traten auf, Helge Schneider, Herbert Knebel, Ingo Appelt. Größere Namen brauchen größere Säle als den im Queue, der 120 Leute fasst. Auswärtsquartiere mussten her, das PZ Hombruch, die Rohrmeisterei in Schwerte.

Hauskabarettistin Lioba Albus. Hauskabarettistin Lioba Albus. Foto: WR

Mitte der 90-er war das Queue etabliert – als Kabarett-Bühne. Doch ohne Veranstaltung herrschte Ebbe am Tresen. „Schmerzliche Übergänge waren das, von der Szene-Kneipe zur Live-Bühne”, erinnert sich Delfmann. Neue Konzepte waren gefragt. Das erfolgreichste: die Dinner Attacke – „satirisch, kulinarisch, lustisch”. Zum italienischen Schmaus am Buffet gesellt sich ein Überraschungsgast. Plötzlich steht irgendjemand auf und attackiert mit Comedy, Musik, Variete, Kabarett – bisher nur mittwochs, ab März auch freitags. Bis dahin sind alle Dinners ausverkauft.

Kerngeschäft Kabarett

„Kabarett ist unser Kerngeschäft”, sagt Fred Ape, seit zehn Jahren Delfmanns Partner im Veranstaltungsbereich des Queue. „Unsere Überlebensgarantie sind Künstler wie Volker Pispers” – ein Mann, der bundesweit live ausverkauft ist, und im PZ Hombruch seine Dortmunder Bleibe gefunden hat. Oder „Hauskabarettistin” Lioba Albus, „die in Hörde wohnt und alles dafür tut, dass diese Bühne weiterlebt”.

Sie könnten größere Sachen aufziehen, die Queue-Macher. Wollen sie aber nicht. Dass Eckart von Hirschhausen auf einen Stand mit sechs Merchandising-Mädels bestand, ging ihnen quer runter. „Da mogeln wir uns lieber kleiner durch”, sagt Delfmann. 55 ist er jetzt. Zeit, an die Zukunft zu denken. Was wird aus dem Queue? Vielleicht übernimmt eines Tages Sohn Pius. Vielleicht besser als Taxi zu fahren.

INFO

  • Die nächsten Termine: Freitag, 22. Januar, 20 Uhr, Frank Lüdecke, Stammgast im ARD-Satire-Gipfel, „Verwilderung”.
  • Samstag, 23. Januar, 20 Uhr, Andrea Badey, „Zwischen Tanga und Treppenlift oder…die Welt gehört dir!“
  • Sonntag, 24. Januar, 20 Uhr, Reiner Kröhnert, „Das Jesus Comeback“.
  • Freitag, 29. Januar, 20 Uhr, Bernd Gieseking, „Ab dafür!”
  • Cabaret Queue, Hermannstraße 74, 44263 Dortmund. Karten- und Infotelefon: 41 31 46, Vorverkauf ProTicket, Reservierung per E-Mail.

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